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Pflegeversicherung

Wer ist pflegeversichert?
Sie sind automatisch dort pflegeversichert, wo Ihr Krankenversicherungsschutz besteht. Nur wer privat krankenversichert ist, muss eine private „Pflege-Pflichtversicherung“ abschließen.
Wer ist pflegebedürftig?
Menschen, die durch körperliche, geistige oder seelische Erkrankungen nicht in der Lage sind, ohne Hilfen ihren Alltag zu bewältigen. Hierzu gehören Hilfen bei der Körperpflege, der Ernährung, der Mobilität und der hauswirtschaftlichen Versorgung.
Wie beantrage ich Leistungen der Pflegeversicherung?
Leistungen der Pflegeversicherung erhalten Sie nur nach Antragstellung! Den Antrag fordern Sie von Ihrer Krankenkasse an. Ihre Krankenkasse oder LAGUNE Alten- und Krankenpflege GmbH können Ihnen beim ausfüllen des Antrages helfen.
Die Krankenkasse vermerkt den Tag des Einganges und gibt Ihren Antrag an den Medizinischen Dienst der Krankenkassen (MDK) weiter. Von dort erhalten Sie einen Termin zur Begutachtung im Haushalt des Pflegebedürftigen. Der Medizinische Dienst der Krankenkassen untersucht den Pflegebedürftigen und prüft, ob die Voraussetzungen für eine Einstufung erfüllt sind und welche Stufe der Pflegebedürftigkeit vorliegt.
Durch einen schriftlichen Bescheid der Krankenkasse erhalten Sie Mitteilung über die Höhe der Einstufung. Sind Sie mit der Einstufung nicht einverstanden haben Sie die Möglichkeit einen Widerspruch einzureichen und erneut prüfen zu lassen.
Von der Antragstellung bis zur Erteilung eines Einstufungsbescheides sollten nicht mehr als vier Wochen vergehen. Sollte eine Begutachtung durch den MDK später erfolgen, so erhalten Sie eine Entschädigungszahlung. Selbstverständlich gehen Ihnen für diese Zeit keine Leistungen verloren, da die Einstufung dann rückwirkend zum Tag der Antragstellung erfolgt.

Welche Leistungsart wähle ich?
Sie können, je nach Ihrer persönlichen Situation, zwischen folgenden Leistungsarten auswählen:
Sie wählen die Pflegegeldleistung, wenn Angehörige die Pflege selbst sicherstellen können. Sie bekommen Ihr Pflegegeld in Höhe Ihrer Pflegestufe monatlich ausgezahlt
Sie wählen die Pflegesachleistung, da Sie alle Leistungen in Höhe Ihrer Pflegesachleistungsstufe durch einen Pflegedienst erbringen lassen möchten. Der Pflegedienst rechnet direkt mit der Kasse ab, es wird kein Pflegegeld ausgezahlt
Sie wählen eine Kombinationsleistung aus Pflegesachleistung und Pflegegeld in der Höhe der doppelten Pflegegeldleistung und bestimmen selbst, in welcher Höhe Sie Sachleistungen von einem Pflegedienst abrufen. Sie bekommen nach Abrechnung des Pflegedienstes mit der Kasse den restlichen Pflegegeldbetrag anteilmäßig von Ihrer Krankenkasse ausgezahlt

Pflegegrade:

Im Rahmen des zweiten Pflegestärkungsgesetzes sind zum 1. Januar 2017 die neuen Pflegegrade 1-5 eingeführt worden, die die Pflegestufen 1-3 ersetzen.
Die neue Einstufung basiert darauf wie selbstständig die Betroffenen ihren Alltag bewältigen können und nicht mehr nur auf den körperlichen Einschränkungen der Pflegebedürftigen. Damit soll versucht werden vor allem den Pflegebedarf von Demenzkranken, geistig Behinderten und psychisch Kranken besser zu erfassen.

Krankenkassenleistungen

Medizinische Behandlungen, die von Ihrem Arzt per Verordnung angeordnet werden, können von unseren qualifizierten Fachkräften übernommen werden, wenn Sie selbst oder Ihre Angehörigen diese Tätigkeiten nicht ausführen können.
Zu diesen Leistungen gehören zum Beispiel:
Injektionen
Medikamente richten und verabreichen
Wundverbände
Kompressionsverbände
Kompressionsstrümpfe an- und ausziehen
Überwachung der Infusion
und vieles mehr …
Wir leiten Sie auch gerne an, damit einzelne Tätigkeiten, wie zum Beispiel Insulin-Injektionen vom Patienten oder deren Angehörigen selbstständig ausgeführt werden können.
Voraussetzung für die Übernahme von medizinischer Behandlungspflege durch eine Fachkraft ist eine vom behandelnden Arzt ausgestellte und von der Krankenkasse genehmigte Verordnung.
Wenn Sie keine Bescheinigung über die Befreiung von Zuzahlungen besitzen, beträgt Ihre Zuzahlung 10% der Kosten der erbrachten Leistungen für maximal 28 Tage im Jahr, – hinzukommen 10,00 € je ärztliche Verordnung (rosa Formular). Über die entstehenden privaten Kosten werden Sie im Bewilligungsschreiben von Ihrer Krankenkasse informiert.
Eine Rechnung über den Zuzahlungsbetrag erhalten Sie von Ihrer Krankenkasse.
Alternativ überlegen Sie, ob Ihre Zuzahlung bei Verordnungen, Medikamenten und anderen therapeutischen Behandlungen so hoch sind, dass Sie eine Zuzahlungsbefreiung bei Ihrer Krankenkasse beantragen.